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Erfahrungen an einem Sonntag

Eigentlich soll es in einigen Wochen/Monaten, wenn ich die Möglichkeit hatte, mich intensiver damit zu beschäftigen einen eigenen Bericht zur Religion in Uganda geben. Doch die heutigen Erlebnisse sind etwas zu umfangreich, um in der WhatsApp-Gruppe geteilt zu werden. Dieser kurze Post soll daher keine Diskussion oder Darstellung der Religion und ihre Auslebung in Uganda darstellen, sondern nur meine heutigen Begegnungen mit ihr schildern.


Heute morgen hatte ich eigentlich erwartet, dass wir als Familie geschlossen in die Kirche gehen. Doch stattdessen versammelten sich am frühen Vormittag eine Gruppe von 7-8 Menschen auf den Sofas im Wohnzimmer und unter der Anleitung von einer lautstarken Sprecherin wurde gemeinsam gebetet. Kurze Zeit später unterhielt man sich noch und einige verabschiedeten sich. Doch nur wenig danach passierte dasselbe nochmal und wieder versammelten sich 7-8 (neue) Menschen im Wohnzimmer und das Prozedere wiederholte sich. Wie sich herausstellte waren es Bekannte aus der Umgebung, die gekommen waren um für den Vater wegen dessen gebrochenen Armes zu beten. Am Abend kam schließlich auch noch sein Vater, also sozusagen mein Gastgroßvater.

Heute Abend hörte ich außerdem schon eine Weile lautstarken Gesang und Trommelgeräusche aus meinem Zimmer und als ich zur Straße lief, fiel mein Blick (wohl zum ersten Mal) auf eine große (7-8 Meter hohe) Hütte aus Wellblech, die direkt neben unserem Haus steht. Darin liefen zwei Frauen, ein Mann und ein kleines Mädchen auf und ab, während eine Frau mit viel Kraft in die Trommeln schlug. Sie war auch die "Priesterin", da sie lautstark und mit verbissenem Gesichtsausdruck sang. Die anderen sangen und klatschten gleichzeitig wie als eine Art Kanon andere Texte und insgesamt bildete sich eine Harmonie aus. Nachdem Gesang folgt das Gebet, während dem die umherlaufenden die Arme nach oben reckten. Anschließend wurde noch einmal gesungen und schließlich noch einmal gebetet. Inzwischen war meine Anwesenheit (ausgenommen vom Mann, der mich gleich begrüßte) bemerkt worden (erst jetzt da es bis auf das Mondlicht stockdunkel war) und eine Frau dolmetschte das Gesprochene der Priesterin von Luganda auf Englisch und hieß mich willkommen, segnete mich und begrüßte mich bei den "Born Again Christians". Anschließend wurden noch Fürbitten gehalten, während denen die Anwesenden wieder umherliefen und die Arme emporstreckten.

Religion spielt für viele hier eine große Rolle, Atheismus ist vielen unbekannt oder völlig unverständlich. Ihr werdet noch einiges von mir hierzu hören. Nun erstmal einen schönen Abend ;)

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