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Island - Der Reisebericht - Teil #5

Freitag, 31. März
Unser Urlaub neigte sich langsam dem Ende entgegen. Wir wollten nun das nachholen, was wir uns am zweiten Tag wegen der Kälte nicht getraut hatten: Im heißen Fluss bei Hveragerdi zu baden. Die Landschaft in dieser Gegend hatte sich fast auf magische Art und Weise gewandelt. Als wir knapp 14 Tage zuvor durch diese Gegend Islands gefahren waren, war alles kilometerweit mit Schnee bedeckt. Während unser Rundfahrt um die Insel war im Süden jedoch der Frühling ausgebrochen und Schnee war nur noch selten zu sehen. So machten uns auf den Weg zum Reykjadalur. Am Ende der Ortschaft von Hveragerdi stellten wir das Auto auf einem größeren Parkplatz ab, auf dem auch schon andere Touristen angekommen waren und stiegen den dahinter liegenden Hügel hinauf. Entlang der Wege dampfte es oft aus dem Boden.


 

Auf den Hängen lag teilweise noch einiges an Schnee und der Weg zog sich über den Gipfel des Hügels in das dahinter liegende Tal. Nach einer knappen halben Stunde erreichten wir den Fluss. Kaum mehr als 20-30 Zentimeter tief, floss er das Tal entlang. Kurzerhand legten wir uns in den Fluss, der an einigen Stellen so heiß war, dass man es gar nicht so lange in dem Wasser aushielt. Es fühlte sich an wie ein großer natürlicher Whirlpool. Wir waren nicht allein - kurz nach uns erreichte eine ganze Schulklasse den Fluss und genoss die Wärme.








Nachdem wir lange genug im warmen Fluss gelegen hatten, steigen wir wieder hinab zum Auto. Nun machten wir uns auf den Weg zur Reykjanes Halbinsel, auf der auch der Flughafen liegt und wo unsere Reise begonnen hatte. Unser erster Stopp war ein großer See inmitten der Halbinsel.



Die Landschaftr um den See herum wirkte wüst und wegen ihrer roten Farbe auch ein wenig marsähnlich. Nicht weit vom See entfernt machten wir Halt an einem weiteren Thermalfeld, wo das heiße Wasser mit Schwefelgeruch nur so aus dem Boden dampfte.





Nach unserem Stopp dort ging unsere Fahrt weiter durch die schroffe und vulkanartige Landschaft, die wie von einem anderen Planeten wirkte.



Ein paar Kilometer weiter dampfte es gleich wieder aus dem Boden, aber diesmal mit soviel Gewalt und in einer solchen Wucht, dass der Dampf sicherlich noch einen halben Kilometer weit durch Luft sichtbar war. Es wirkte ein bisschen so, als seit mitten im Nirgendwo ein einsamer Kühlturm eines Atomkraftwerks platziert worden. Beim Versuch das Geothermalfeld anzuschauen sind wir ganz schön nass geworden durch den warmen, leicht schwefeligen Dampf.




Unser nächstes Ziel war Nordamerika - gemeint ist damit natürlich die Kontinentalplatte von Nordamerika, deren Grenze zur eurasischen Platte ja mitten durch Island hindurchläuft. Auf der Reykjanes Halbinsel gibt es eine Stelle wo der Grabenbruch zwischen beiden Platten recht schön sichtbar ist und die Isländer haben dort eine Brücke zwischen den Kontinenten errichtet. Mit einer Länge von nicht einmal zwanzig Metern erstreckt sich die hölzerne Brücke von Eurasien nach Nordamerika.





Unsere letzte Fahrt an diesem Tag führte uns an die äußerste Spitze der Halbinsel, markiert mit einem Leuchtturm.


Die Nacht verbrachten wir im Auto auf einem Parkplatz eines Schwimmbads, in dem wir uns am nächsten Morgen aufwärmen konnten.




A: Selfoss
B: Heißer Fluss
C: See
D: Thermalfeld
E: Dampfkanone
F: Brücke
G: Gardur



Abschied von Island

Den nächsten Tag verbrachten wir im Schwimmbad und damit unser Auto zu putzen und für die Rückgabe fertig zu machen, dass im Laufe der 2 Wochen ordentlich viel Schneematsch, Staub und Dreck abbekommen hatte. Vorher fuhren wir noch einmal kurz zum Strand und verabschiedeten uns von der Insel. Nachdem wir unser Auto zurückgegeben hatten, fuhren wir per Anhalter zu unserem Hotel für die letzte Nacht zurück. Früh morgens nahmen uns andere Touristen in ihrem Auto mit zum Flughafen und ersparten uns damit eine Taxifahrt. So verließen wir Island nach einer Rundreise von über 3100 km, Nächten mit unter -17°C und wohl über 100 gesichteten Wasserfällen. Wir hatten sowohl die Einsamkeit im Norden der Insel, als auch die Touristenmassen im Süden erlebt und ich will mir gar nicht vorstellen, was dort im August los ist. Bei einem bin ich mir aber sicher - nämlich, dass ich wieder hierherkommen will. Beim nächsten Mal würde ich gern im August oder September auf die Insel reisen um auch mal etwas mehr Grün und etwas weniger Schnee zu sehen und vielleicht die ein oder andere Wanderung zu machen, die uns verwehrt blieb. Doch ich würde nicht sagen, dass der viele Schnee die Rundreise schlechter gemacht hat - im Gegenteil, auch das verschneite Island hat seine Schönheit.

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