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Schottland - Unterwegs mit dem Wohnmobil

Wie ihr es ja von meinem Blog bereits gewohnt seid, stehen das Erlebte und das Berichten über das Erlebte nicht immer in einem engen temporalen Zusammenhang. Und auch diesmal muss ich mich entschuldigen, dass der zweite Bericht über die Rundreise durch Schottland mehr als 5 Monate nach der eigentlichen Reise erscheint. Aber besser spät als nie, oder? Doch kommen wir zur Sache...


(Am unteren Ende des Berichts findet ihr die Google Maps Karte mit unserer Route)

Nach unsere Rundreise mit dem Zug uns entlang einige der schönsten Zugstrecken der Welt geführt hat, verbrachten wir einige Tage in Edinburgh. Danach holten wir unser Wohnmobil ab uns machten uns auf den Weg zu einer zweiten Runde durch Schottland. Von Edinburgh aus starteten wir in Richtung Norden und unser erster Stop war eine kleine Ortschaft Dollar am Fuße eines bewaldeten Hügels. Auf dem Gipfel des Hügels stand das Castle Campbell. Der Weg zur Burg hinauf führte entlang eines kleines Flusses. Oben bei der Burg hatte man einen schönen Überblick über die umliegende Landschaft.

     




Von Dollar aus ging es weiter zum Stirling Castle in Stirling. Diese große Burganlage ist eine der bekanntesten in Schottland. Wir nahmen an einer Führung teil, die uns von den Außenmauern mit den Kanonen bis zu den großen, mit zum teil sehr merkwürdigen Bildern verzierten, Innenräumen führte. Eine der Hallen war sehr groß und konnte geflutet werden um darin ein Schiff unterzubringen.


     





Von Stirling aus fuhren wir zur Ostküste von Schottland. Auf Google Maps machte ich ein Stück Land an der Küste aus, dass von einigen Straßen durchzogen war und plante, dort mit dem Wohnmobil zu übernachten. Ich war jedoch etwas irritiert davon, dass Maps zwar die Straßen anzeigte aber sich weigerte eine Route dorthin zu berechnen. Davon lies ich mich jedoch nicht beirren und navigierte Jan am Steuer nach der Karte dorthin. Inzwischen war es draußen dunkel geworden. Als wir jedoch die auf der Karte gefunden Straßen erreichten, machte uns eine Schranke mit einem deutlichen Schild ein Strich durch die Rechnung:

"Ministry of Defence Road - No Civilian Motor Vehicles"
(Straße des Verteidigungsministeriums - Keine zivilen Fahrzeuge)


Die Straßen die ich rausgesucht hatte und zu denen uns Google Maps (zurecht) nicht navigieren wollte gehörten zu einem Militärsperrgebiet. Also machten wir kehrt und fuhren weiter an der Küste hinauf, vorbei an einigen Parkplätzen, die Schilder mit "No Overnight Parking" (Kein Übernachten auf dem Parkplatz) trugen. Schließlich parkten wir am Seitenstreifen an einem Bahnhof direkt neben dem Strand. Mit etwas Verspätung kochten wir unser erstes Abendessen.

Am nächsten Morgen spazierte ich entlang der sehr flachen Küste, welche sehr felsig und flach verlief. Dadurch konnte man beinahe einhundert Meter trockenen Fußes auf das offene Meer hinauslaufen.




Einige Kilometer weiter im Norden gelangt man nach Arbroath, wo wir das Arbroath Abbey besuchten, eine Abtei aus dem 12. Jahrhundert. Die Ruinen aus rotem Sandstein sehen sehr malerisch aus.




Nördlich von Arbroath gelangt man zu einer wunderschönen orange-rötlichen Küstenlandschaft, die sich einige Kilometer entlangzieht. Unter tosendem Wind spazierten wir ein Stück durch die zauberhafte Landschaft und ritzten sogar unsere Namen in die vom Meer umspülten Klippen.






















Nochmal etwas weiter im Norden an derselben Küste findet man das Dunnator Castle, dass auf einer ins Meer hineinragenden Halbinsel liegt. Leider konten wir die Burg selber nicht mehr besuchen, da sie für den Tag bereits zugesperrt war, aber immerhin einen Blick auf die Halbinsel konnten wir werfen.



Für die Nacht wollten wir auf einem Campingplatz übernachten, aber das gestaltete sich nicht so einfach, da im März viele Plätze noch geschlossen sind. Als wir schließlich einen geöffneten erreichten war dieser bereits voll. Der Besitzer lies uns jedoch einen Wasserwechsel durchführen und so konnten wir noch eine weitere Nacht 'wildcampen'. Wir waren inzwischen von der Küste ins Landesinnere gefahren und verbrachten die Nacht am östlichen Rand des Cairngorms National Park.

Am nächsten Morgen fuhren wir zunächst entlang einiger Passstraßen durch den Nationalpark und kamen dabei an einem aktiven (aber künstlich beschneiten) Skihang vorbei. Am Nachmittag gingen wir dann in den Wäldern der Nationalparks noch ein wenig wandern.
















     



Am Ende des Tages kamen wir in Inverness an und übernachteten auf einem Campingplatz nur wenige Meter von dem Spielplatz entfernt, den wir bereits auf der Zugrundreise besucht hatten. Nach einem kleinen Spaziergang auf den Flussinseln kochten wir unser Abendessen im Wohnmobil.

Am nächsten Morgen ging es in Richtung Süden weiter (wir hatten in Inverness den nördlichsten Teil unserer Reise erreicht). Zunächst machten wir in einen kleinen Waldspaziergang.













Zurück im Wohnwagen gab es erstmal ein kleines Unglück als eine Tasse aus einem Schrank fiel und die Glasabdeckung des Gasherdes zerstörte



Auf der Weiterfahrt lief uns dann ein kleines Schäfchen über den Weg...



Nun machten wir uns auf den Weg zum sagenumwobenen Loch Ness. Zwar konnten wir Nessie (das Seeungeheuer) nicht sichten, dafür statteten wir jedoch Urquhart Castle einen Besuch ab. Diese Burg bzw. Burgruine liegt am Ufer des Loch Ness und ist aufgrund ihrer sehr hübschen Lage ein bekanntes Fotomotiv. Während unserem Rundgang dort bekamen wir als Bonus sogar noch einen Regenbogen zu sehen.





Am späten Nachmittag erreichten wir dann Fort William, wo wir auf der Zugreise bereits einen Zwischenstopp eingelegt hatten. Wir fuhren mit dem Wohnmobil das Tal entlang, in dem wir einige Tage zuvor bereits wandern gegangen waren. Diesmal hatten wir das Ende des Tales als unser Ziel. Doch dort bereitete uns ein Schild Sorgen: Nicht mehr als 3 Tonnen. Unser Wohnmobil war jedoch schwerer und so hielten wir an und erkundigten uns bei einer Dame, die in der Nähe parkte. Da jene meinte, dass hier öfter Caravans entlangfuhren setzten wir unsere (illegale) Fahrt fort und erreichten nach ein paar Minuten holpriger Fahrt auf der schmalen Straße unser Ziel. Von dort aus ging es zu Fuß durch ein schmales Tal, dass von einem reißenden Fluss durchquert wurde, in dessen Flussbett riesige Felsbrocken lagen. Am Endes das schmalen zerfklüfteten Tales gelangten wir ein flaches und weites Tal. Es war eine merkwürdige Atmosphäre, da wir allein waren und das einzige Tageslicht das diffuse Licht der Wolkendecke war und es somit keinen Schatten gab.






Nach ein paar hundert Metern gelangten wir an einen Fluss, der nur auf einem Drahtseil mit zwei weitern Drahtseilen zum Festhalten überquert werden konnte.



Der Boden war sehr nass und matschig und so war es nicht so leicht das restliche Tal zu durchqueren. Doch nach einigen schwierigen Metern gelangten wir zu dem Wasserfall, der der beeindruckende Höhepunkt dieser Wanderung war.









Für den Rückweg wollten wir einen anderen Weg gehen um nicht wieder nasse Füße zu bekommen. Doch nach ein paar Metern entdeckten wir, dass wir dabei einen weiteren Fluss durchqueren mussten. Zwei von uns zogen sich die Schuhe aus und rannten durch das flache, aber eiskalte Wasser während ich und Philipp versuchten auf Steinen über den Fluss zu balancieren. Mir gelang es halbwegs, doch Philipp gelangte nur mit durchtränkten Schuhen auf die andere Seite. Inzwischen wurde des bald dunkel und so machten wir uns zügig auf dem Weg zum Wohnmobil um unsere nassen und kalten Füße aufzuwärmen.

Am Tag darauf fuhren wir durch das Glencoe, dass als eines der schönsten Täler Schottlands gilt. Dabei machten wir unterwegs an mehreren Stellen Pausen und wanderten durch die wunderschöne Landschaft.
















Nachdem wir das malerische Glencoe durchquert hatten fuhren wir durch den Loch Lomond & The Trossachs National Park.








Am nächsten Morgen gaben wir unser Wohnnmobil zurück und machten uns auf den Weg nach Hause. Insgesamt 14 Tage habe ich in Schottland verbracht. Die Landschaft war meist noch recht winterlich und daher noch nicht so grün wie man sie von den meisten Bildern kennt. Trotzdem war es eine schöne Zeit und inbesondere die Wanderungen und die Zugfahrten waren bisweilen sehr spektakulär.


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