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Stück für Stück

Vor einigen Tagen hatte ich euch ja in der WhatsApp-Gruppe mitgeteilt, dass nun in den Ferien die Sanierung der Schule begonnen hat. Dabei wird auch deutlich, mit welcher Mentalität man hier an größere Vorhaben und Projekte herangeht.
Anstatt einen genauen Plan aufzustellen, zu welchem Zeitpunkt man welche Probleme gelöst hat geht man sehr kleinteilig heran. Heute müssen neue Zementsäcke gekauft wird. Oder: Heute können wir die Stromleitungen verlegen. Das führt so weit, dass man in ein Haus einzieht, das gerade noch im Bau ist und erst halbfertig und dann dort lebt während es Stück für Stück ohne fixen Plan fertiggestellt wird. Selbstverständlich ist es auch bei uns üblich, Vorhaben erst dann anzugehen, wenn wir das nötige Geld beisammenhaben - doch hier ist die Vorgehensweise kleinteiliger und weniger auf das fertige Resultat hin orientiert. Beispiel: Meine Gastfamilie ist vor ca 5 Jahren an den Ort, wo sie jetzt leben gezogen. Als erstes haben sie das Haus errichtet, in dem sie leben. Dann über die Jahre hinweg weitere für die Tiere, fürs Kochen und zu guter letzt eines, das später als Arbeitsplatz für meine Gastmutter dienen soll. Das ist zunächst mal nichts ungewöhnliches, doch interessant wird es dadurch, dass der Arbeitsplatz für die Gastmutter nun schon ziemlich lange existiert - doch erst jetzt kann es wieder weiter gehen - die Fassade wird verputzt, von einem ihrer Söhne. 


Anderes Beispiel: Meine Schule würde ihr Grundstück gerne von denen der Nachbarhäuser abgrenzen und einen Zaun ziehen - Problem: Es braucht 10 Metall-Zaunpfähle und bisher haben sie erst 2. Es wird also gewartet, bis das Geld (vor allem durch private Spenden) zusammen ist und es weiter gehen kann. Genau dasselbe Prozedere bei der Sanierung der Gebäude. Es wird Zement und Sand gekauft, bis das Geld alle ist und dann gebaut. Ist das Baumaterial alle, wird erstmal wieder nix passieren. Doch man kann sich eigentlich immer sicher sein, dass es wieder weitergehen wird - Stück für Stück eben.

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